Nordsee-Halbinsel Eiderstedt |
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Regionale Rezepte
Pharisäer: Gut hundert Jahre alt ist ein Getränk, das die Schleswig-Holsteiner auch heute noch als Nordstrander Nationalgetränk feiern: Pharisäer Seine Entstehungsgeschichte liest sich beim Heimatforscher Andreas Busch etwa so: Der Bauer Peter Georg Johannsen im Elisabeth-Sophien-Koog feierte Kindtaufe. An der anschliessenden Kaffeetafel nahm auch Pastor Bleyer teil, der keine Gelegenheit ausließ, von der Kanzel gegen den unmäßigen Alkoholkonsum bei christlichen Festen zu wettern. Da es sehr gemütlich und herzlich zuging, blieb der Pastor länger als gewöhnlich. Dabei gab es - um nicht den Zorn des Seelenhirten zu wecken - zunächst nur Kaffee zu trinken. Alles Reden half nichts, den geistlichen zog es nicht nach Hause. Da sagte sich Bauer Johannsen: wi kriegt ok so unsern Punsch! Gedacht - getan! In der Küche ließ der Gastgeber die Kaffeetassen nur noch dreiviertel füllen, gab in jede Zucker und einen ordentlichen Schuss Rum und verdeckte und versteckte den Alkohol unter einer dicken Sahnehaube. Es soll, so der Chronist, Schafs-Sahne gewesen sein, besonders steif und von kräftigem Aroma. Der Pastor, das versteht sich von selbst, bekam weiterhin "normalen" Kaffee. Die Gäste wurden immer fröhlicher und gesprächiger, aber das wusste der Geistliche nicht zu deuten. Bis auch ihm - lag’s vielleicht an dem auch in der Küche reichlich genossenen Punsch? - der Geist in der Tasse geriet. Schnell erkannte Pastor Bleyer was gespielt wurde, und er rief den Bauern und seinen Gästen zu: "Oh, Ihr Pharisäer!" Ein bis heute beliebter Kaffeepunsch war gefunden, ein origineller Name noch dazu! Rezept: Man füllt eine Kaffeetasse gut halbvoll mit einem guten, starken Kaffee, süßt ihn nach Belieben und gießt einen kräftigen Schuss vorgewärmten Rum hinein. Mit sehr steif geschlagener Sahne deckt man den Kaffeepunsch ganz zu, so dass von dem Rum nichts zu riechen ist. Wichtig: man darf nicht umrühren! Der Pharisäer wird durch die Sahnehaube hindurch geschlürft.
Teepunsch:
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